Energieautarke Gemeinden - geht das?

[THEMEN: Energie | Tim Weidner ]
Foto: Teilnehmer der Energiekonferenz

Im Dezember 2005 hat der Kreistag beschlossen, daß bis zum Jahr 2035 die Energieversorgung des Landkreises Starnberg "vollständig" durch Erneuerbare Energien erfolgen soll. Vergleichbare Beschlüsse sind mittlerweile in Deutschland von rund 100 Gemeinden und Landkreisen gefasst worden. Bei einer Informationsveranstaltung der bayerischen SPD-Landtagsfraktion wurden erfolgreiche Beispiele für eine Energieversorgung "Aus der Region - für die Region" vorgestellt.

Einleitend stellte Ingrid Klug (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, heraus, daß der Ausbau der regenerativen Energien nicht nur ein Thema des Klimaschutzes sei, sondern auch der regionalen Wertschöpfung. Maßnahmen zum Klimaschutz wirkten vor Ort als Konjunkturmotor. Rund 250 000 Arbeitsplätze seien dadurch bisher geschaffen worden. Die Grundlage dafür habe das Erneuerbare Energie Gesetz durch die SPD-geführte Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder gelegt, das bisher weltweit von 47 Staaten übernommen worden sei. Weitere umfangreiche Fördermaßnahmen sind durch das Bundesumweltministerium neu aufgelegt worden.

Kritik erntete die Haltung der bayerischen Staatsregierung. Eigentlich habe man in vielen Landkreisen Oberbayerns mit der Geothermie ein großes Potenzial für die umweltfreundliche Versorgung mit Wärme und Strom. Doch die Regierung weigere sich nach wie vor, die Bohrrisiken von Kommunen bei der Geothermie-Erkundung stärker mit Landesmitteln abzusichern. "CSU und FDP verhindern dadurch, daß Stadt- und Gemeindewerke einen erheblichen Beitrag zum Ausbau der regenerativen Energien leisten können", so SPD-Kreisvorsitzender Tim Weidner.

Positive Beispiele für energieautarke Gemeinden gibt es nicht nur in Deutschland, zum Beispiel Furth in Niederbayern. Bürgermeister Bernhard Deutsch aus dem Bezirk Güssing im österreichischen Burgenland schilderte eindrucksvoll, wie die Stadt Güssing in den vergangenen 20 Jahren auf die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien umgestellt wurde. Dabei konnte gleichzeitig die Ansiedelung von 50 Betrieben mit 1500 neuen Arbeitsplätzen erreicht werden. Statt eines Geldabflusses von 6,2 Mio Euro für extern erzeugte Energie im Jahre 1991 wird heute eine regionale Wertschöpfung von 13 Mio Euro erzielt.

Kommunen und Regionen, die sich der Energieautarkie verschrieben haben, werden auf ihrem Weg auch vom Kompetenznetzwerk deENet an der Universität Kassel unterstützt. Downloads zur Energieautarken Gemeinde unter: www.bayernsgk.de/bayern/Aktuell/Aktuell/EnergAutKomm.html