1972: Zum 80.Geburtstag des Ortsvereins: Hoegner gratuliert

Trotz aller kommunalpolitischen Aktivitäten kam im Mai 1972 das Feiern nicht zu kurz: Der Ortsverein beging mit einer großen Veranstaltung im "Undosa" - Festsaal sein 80jähriges Bestehen. Als Festredner traten der bayerische Alt-Ministerpräsident Wilhelm Hoegner und Münchens Oberbürgermeister Hans Jochen Vogel auf. Der Ortsvorsitzende Manfred Gutsch konnte eine Reihe von langjährigen Mitgliedern ehren: Mehr als 50 Jahre gehörten Georg Diller, Xaver Schuller und Anton Schweiger der SPD an. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden Herta Kühn, Anna Michalik, Hans Coschinski, Wilhelm Hoffleit, Lorenz Kammerer, Paul Kühn, Erich Langenbruch, Alfred Piesch und Anton Pilgram ausgezeichnet.

Besonders stolz war der Ortsverein auf sein Mitglied Franz Heidinger, da der Stadtrat dem langjährigen stellvertretenden Bürgermeister im Juni die Ehrenbürgerwürde verlieh. 25 Jahre lang hatte sich Heidinger selbstlos für die Bürger der Stadt engagiert. Noch einmal wollte er allerdings aus Altersgründen nicht den für den Stadtrat kandidieren.

Nach einem engagierten und lebendigen Wahlkampf konnte die Starnberger SPD das beste Kommunalwahlergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg verbuchen. Das Ergebnis von mehr als 30 Prozent aller Stimmen verhalf sieben Vertretern in den Stadtrat: Carola Gutsch, Alois Michalik, Dietrich Nippold, Otto Roßmadl, Karlheinz Scherze und Herbert Schmied. Trotzdem hatten die Sozialdemokraten eine absolute Mehrheit der CSU nicht verhindern können. Das Angebot der CSU, Carola Gutsch zur dritten Bürgermeisterin zu wählen, wurde abgelehnt. Im Kreistag wurden die Starnberger Sozialdemokraten von Knut Becker, Manfred Gutsch und Dietrich Nippold repräsentiert. Unbekümmert gingen die neuen sozialdemokratischen Kräfte ans Werk, wenn die Arbeit durch die absolute Mehrheit der CSU auch schwerer geworden war.