1989: Verkehrsberuhigung jetzt

Deshalb begann auch das Jahr 1989 mit kommunalen Themen: der Müllverbrennung und einer möglichen Einführung der Wertstofftonne. Außerdem wurde über die künftige Nutzung des alten Rathauses debattiert. Daneben ging es um die Energieversorgung im kommunalen Bereich.

Bei den Vorstandswahlen im Mai wurde Holger Knigge in seinem Amt bestätigt. 31 Mitglieder nahmen an der Versammlung teil, die Stimmung war gut. Holger Knigge erneuerte seine Kritik an der Stadtführung und nahm die drei Bürgermeister aufs Korn. Thallmair, meinte er, würde sich gut als UNO-Abschnittsbeauftragter machen, da er immer nur auf Ausgleich bedacht und stets auf Reisen sei. Da war dann noch Heiner (Janik), der Habicht, und Karl Knötig, der Kulturnestor, der von Bord geht.

Die Kommunalwahlen warfen ihre Schatten voraus. Holger Knigge wurde bei nur einer Gegenstimme als Bürgermeisterkandidat der SPD aufgestellt: "20 Jahre Thallmair reichen - die Stadt braucht neue Impulse". Jeder dritte Platz auf der Liste war für eine Frau reserviert. Die Listenaufstellung verlief diesmal ohne große Reibereien. Und vom Kreisverband wurde Reinhard Dirr als Landratskandidat nominiert. Natürlich nahm der Wahlkampf breiten Raum in der zweiten Jahreshälfte ein: Das Wahlprogramm für die Zeit bis 1996 wurde ausgearbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei Ortsteilversammlungen, Aktionen und Ausstellungen suchten die Sozialdemokraten das direkte Gespräch mit dem Bürger.

Die SPD forderte ein Gesamtkonzept für die Stadtentwicklung, damit die bisherige Politik des "Klein-Klein" endlich ein Ende haben könnte. Als "Wahrzeichen" für den Wahlkampf entwickelte die SPD ein eigenes Signet, das mit dem Zusatz "Verkehrsberuhigung jetzt!" versehen wurde. Damit sollte auf die unerträgliche Verkehrssituation in Starnberg hingewiesen werden.

Die Schwerpunkte des Wahlprogramms, das einstimmig beschlossen wurde, waren der Soziale Wohnungsbau, die Verkehrsberuhigung, der Umweltschutz und soziale Hilfen und Einrichtungen für Schwächere und Ältere.

Die SPD legte ein Sanierungskonzept für die Maximilianstraße vor. Darin wurden die "Rückgabe der Straße an die Fußgänger" und ein "Ende des Autoterrors" gefordert. Am Jahresende kritisierten die Sozialdemokraten die schleppende Realisierung so wichtiger Themen wie den Ausbau des Containernetzes für wieder verwertbare Abfälle und die längst erforderliche Einrichtung von Tempo-30-Zonen. Außerdem griff die Partei das nach wie vor bestehende Führungsproblem im Rathaus auf, da der erste Bürgermeister einen Zickzack-Kurs steuerte.