1987: Der Umweltschutz wird immer wichtiger

Nicht zufrieden waren die Sozialdemokraten auch mit den Resultaten, die die Bundestagswahlen gebracht hatten. Dennoch setzte der Ortsverein seine ruhige, aber stetige Fahrt fort. Es kamen wieder mehr Mitglieder zu den Versammlungen. Eine Reihe von politischen Aktionen waren das Ergebnis gemeinsamer politischer Initiativen von Fraktion und Ortsverein: das Radwegekonzept der SPD - das erste seiner Art in Starnberg, der Vergleichstest zwischen einem Auto und einem Fahrrad im Stadtverkehr und die Stadtinspektion der SPD, bei der neuralgische Stellen im Stadtgebiet unter die Lupe genommen wurden.

Unverdrossen setzte sich die SPD für eine Baumschutzverordnung ein, die von der CSU-Mehrheit hartnäckig verzögert wurde. Außerdem machten die Sozialdemokraten erneut Front gegen den Egoismus einiger Anlieger, die ein Behindertenwohnheim am Prinzenweg verhindern wollten. Auch dank des Einsatzes der SPD konnte diese Einrichtung doch noch geschaffen werden.

Weitere Aktionsfelder des Jahres 1987 waren der geplante Tunnelbau durch das Stadtzentrum, die Ökologie des Starnberger Sees - und immer wieder die Verkehrspolitik. Außerdem wurde eine Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz gegründet. Dem Ortsverein gehörten zu dieser Zeit 81 Mitglieder an, 51 Männer und 30 Frauen.

Die SPD kritisierte die wenig geschlossene und teilweise verhaltene Unterstützung des Projektes der "Seeanbindung" durch die CSU. Bei dem Vorhaben ging es darum, wie der See trotz der Bahnlinie näher an die Stadt "herangerückt" werden könnte, etwa durch die Verminderung der Zahl der Gleise. Besonders der erste Bürgermeister zeigte in dieser Frage wenig Entscheidungsstärke, obwohl die "Seeanbindung" für Starnberg eine geschichtliche Zäsur darstellen könnte. Die SPD kritisierte, dass Heribert Thallmair sich abermals als Zauderer präsentierte. Deshalb dauerten viele Projekte länger als anderswo.

Holger Knigge griff das Problem der zwar nicht zugänglichen, aber öffentlich gewidmeten Tiefgaragenparkplätze im Zentrum auf. Zirka 100 Abstellplätze waren nicht benutzbar. Die Lokalpresse schrieb von der "Starnberger Untergrundstory" und den "Spinnweben am Haupteingang"