1984: Manfred Gutsch wird stellvertretender Landrat
Diskussionen auf der Straße, Hausbesuche und Bürgergespräche folgen bis zum Wahltag am 18. März. Landrat Rudolf Widmann musste in eine Stichwahl gehen. Die SPD konnte sowohl in der Stadt als auch im Landkreis die Zahl ihrer Mandate halten: Sie stellte fünf Stadt- und 13 Kreisräte - die beiden Spitzenkandidaten hatten sich wacker geschlagen.
Im Mai wählte der Kreistag Manfred Gutsch zum stellvertretenden Landrat - ein großer Erfolg für die Partei, der erneut unter Beweis stellte, dass die Amtszeit dieses Ortsvorsitzenden vor allem von kommunalpolitischen Aktivitäten geprägt war.
Im November waren turnusmäßig wieder Vorstandswahlen fällig. Manfred Gutsch kandidierte nicht mehr, da er durch seine Ämter als stellvertretender Landrat, Kreis- und Stadtrat gut ausgelastet war.
Zu seinem Nachfolger bestimmten die Mitglieder Utz-Peter Reich, der sich zuvor als Kandidat bei den Wahlen zum Europaparlament einen guten Namen gemacht hatte. Die Vorstandswahl fand hinter verschlossenen Türen statt, wie die Presse missmutig berichtete, vermutlich weil "Knatsch" befürchtet wurde. Es gab aber keinen Ärger, das Ergebnis von elf von 17 Stimmen, die auf Utz-Peter Reich entfielen, zeigte aber, dass der Ortsverein noch nicht aus seiner Krise herausgefunden hatte. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Marina Schrenk und Horst Eck gewählt, als Schriftführer fungierte Toni Lobzensky und als Kassier stellte sich Franz Baumgartner zur Verfügung. Reinhard Dirr, der inzwischen zum Kreisvorsitzenden avanciert war, und Carola Gutsch-Merseburger zogen als Beisitzer in den Vorstand ein.
Allen Vorstandsmitgliedern war bewusst, dass es ihre vordringliche Aufgabe war, die Mitglieder wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Das Ziel waren daher weniger spektakuläre Aktionen einzelner, sondern Aktivitäten, die von einer breiten Mehrheit getragen wurden. Dem neuen Landesvorsitzenden Rudi Schöfberger bot der Ortsverein das erste Forum, um über das Thema "SPD in Bayern - wohin" zu referieren.
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