1982: Zum ersten Mal eine Frau als Ortsvorsitzende

Personelle Kontinuität brachten die Vorstandswahlen für den Ortsverein im April: Reinhard Dirr wurde in seinem Amt als Ortsvereinsvorsitzender und Doris Schmied als seine Stellvertreterin bestätigt. Als neuer Stellvertreter zog Michael Krywalski in den Vorstand ein. Walter Karwelies hatte nicht mehr kandidiert und schied nach zehn Jahren aus dem Vorstand aus.

Außerdem war man sich einig, mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten in die nächste Kommunalwahl zu ziehen und die Aktivitäten der Jungsozialisten zu beleben. Der Mitgliederstand betrug weniger als 110. Im Ortsverein machte sich Sorge über die allgemeine Lage der Partei breit, die man mit einer Verstärkung der Aktivitäten verbessern wollte.

Bundespolitische Akzente setzte Klaus Matthiesen, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, als er der Frage nachspürte: "Den Frieden sichern - aber wie?" Im Frühsommer erläuterte Bürgermeister Heribert Thallmair dem Ortsverein seine Vorstellungen von "Bauen und Wohnen in Starnberg", während die Landtagskandidatin Ameli Erhard über die Chancen und Gefahren der neuen Medien referierte. Im Juli gab Reinhard Dirr sein Amt aus privaten Gründen zurück.

Im Oktober 1982 wurde mit Marina Schrenk zum ersten Mal in der 90jährigen Geschichte des Ortsvereins eine Frau zur Vorsitzenden gewählt. Sie plädierte für einen lebendigen Ortsverein, in dem Menschlichkeit groß geschrieben werden sollte.

Führende Persönlichkeiten aus der Stadt und dem Landkreis nahmen an der Feier zum 90. "Geburtstag" des Ortsvereins teil, der im "Tutzinger Hof" begangen wurde, wo die Starnberger SPD vor neun Jahrzehnten gegründet worden war. Bei der internen Feier in der "Schießstätte" war der Bundestagsabgeordnete Georg Bamberg der Festredner. Aus Bonn hatte Willy Brandt eine Grußadresse gesandt. Herbert Schmied hatte eine Jubiläumsausstellung organisiert - und außerdem wurde der Nachdruck der Starnberger Lokalzeitung von 1892 verteilt. Als Höhepunkt des Abends ehrte Marina Schrenk verdiente Mitglieder: Paul Kühn gehörte seit 55 Jahren der Partei an, Johannes Coschinski seit 54 Jahren und Wilhelm Hoffleit, Hans Scheidemann und Herta Kühn seit 50 Jahren.

Als Jahresausklang diente die Weihnachtsfeier, an der viele Gesichter teilnahmen, die man schon jahrelang nicht mehr gesehen hatte. Gerade auch ältere Mitglieder beteiligten sich wieder verstärkt am Leben des Ortsvereins und konnten so ihre Erfahrungen mit einbringen.