1980: Nicht nur im Kopf, sondern auch in den Beinen

Im April trat Reinhard Dirr seine zweite Amtsperiode als Vorsitzender des Ortsvereins an. Zu seinen Stellvertretern wurden Doris Schmied und Franz Baumgartner gewählt. Die künftige Gestaltung des Ortszentrums beschäftigte die SPD im Frühjahr: Die Ansichten zur Ringstraße gingen auseinander - ein neu zu erarbeitendes Konzept sollte eine Lösung bringen. Der Kultursaal wäre nach Ansicht der Sozialdemokraten am besten hinter dem "Bayerischen Hof" zu bauen. Bundestagskandidat Manfred Gutsch hatte es derweil in den Beinen: Nicht nur, dass er zu einer Radltour einlud, bei einer Veranstaltung auf dem Kirchplatz knallte er dem Pressefotografen den Ball beim Torwandschießen mitten ins Gesicht ...

Im Juli riss diese Treffsicherheit aber ab: Bei einem Fußballspiel gegen die Prominentenelf vom "FC Schmiere" zog der Ortsverein mit 2:16 den Kürzeren. Dafür wurde die Wohnungssituation erneut aufgegriffen: Ein Arbeitskreis erstellte ein Bebauungskonzept für die "Starnberger Wiese", wo ein Einheimischen-Modell verwirklicht werden sollte. Der Neubau des Landratsamtes sollte nach Ansicht des Ortsvereins die Planung für künftige Freizeitanlagen oder eine Erweiterung des Hallenbades gleich mit einbeziehen.

Auf den Bundestagswahlkampf konzentrierten sich im Herbst alle Kräfte: Nicht nur, dass unter großem Einsatz vier Mal die "Zeitung am Sonntag" von Mitgliedern des Ortsvereins verteilt wurde und zahlreiche Informationsstände abgehalten wurden: Manfred Gutsch war seit Mai im Einsatz und führte einen engagierten Wahlkampf - konnte aber die Früchte nicht ernten. Zwar wurde die sozialliberale Koalition in Bonn bestätigt, aber Manfred Gutsch zog nicht in den Bundestag ein. In Starnberg war sogar ein Verlust an Zweitstimmen zu verzeichnen.

Danach wandte man sich wieder der Kommunalpolitik zu: Das Konzept "Bauen in Starnberg" wurde verabschiedet und eine Arbeitsgruppe erhielt den Auftrag, Richtlinien für die Vergabe von Bauland an Einheimische zu entwerfen.