1979: Ein Dauerthema: "Wohnen in Starnberg"

Das Jahr begann gesellig: Ein vom Ortsverein organisiertes Schafkopfturnier fand große Resonanz. Im Januar war die Wohnungssituation in der Kreisstadt das Hauptthema. Viele junge Familien mussten schon aus Starnberg wegziehen, weil sie sich die Mieten für eine Wohnung oder gar den Kauf eines Hauses nicht leisten konnten. Die SPD sah sich in den Nachbarlandkreisen um, wie dort Einheimischen zu günstigem Wohnraum verholfen wird, und dachte über die Gründung einer städtischen Grundstücksgesellschaft nach. Auf jeden Fall sollte der soziale Wohnungsbau weiterhin gefördert werden.

Ein Arbeitskreis wurde gegründet, um Vorschläge zu diesem Themenkreis zu erarbeiten. Unter dem Titel "Wohnen in Starnberg" legte der Ortsverein dann wenig später eine detaillierte Auflistung von städtischen Grundstücken in Starnberg und ihrer sinnvollen Nutzung vor. Gemeinsam mit dem Ortsverein Söcking wurde zum Thema "Wohnen in Starnberg" daraufhin der Öffentlichkeit eine Dokumentation vorgelegt. Auf fünf Grundstücken im Stadtbereich könnten nach Meinung der SPD mindestens 200 Wohnungen realisiert werden.

Das Verhältnis zwischen Stadtratsfraktion und Ortsverein war der Gegenstand interner Diskussionen. Künftig sollte eine engere Abstimmung zwischen beiden Gremien für weniger Reibungsverluste sorgen. Im Wahlkampf für das Europaparlament unterstützte der Ortsverein die Kandidatin Dagmar Scholz aus Gauting.

Der Neubau des Landratsamtes auf dem Gelände an der Strandbadstraße und die Frage, ob daneben Freizeiteinrichtungen wie ein Eisstadion gebaut werden sollten, beschäftigten darüber hinaus die Kommunalpolitiker. Die Nachwehen der Gemeindegebietsreform wollte Stadtrat Wolfgang Türk in den Griff bekommen. Durch die Vergrößerung des Gemeindegebietes fehlte es an einer Konzeption, wo künftig noch Sportstätten sinnvoll erscheinen. Gespräche mit den Vereinen sollten Aufschluss über den Bedarf geben.

Überlegungen, das defizitäre Hallenband in private Hand zu geben, stießen bei der SPD auf Ablehnung. Es wurde befürchtet, dass dann die Eintrittspreise drastisch erhöht würden. Ein Bad, so Stadtrat Michael Schöpf, sei aber "eine soziale Einrichtung". Diese Haltung wurde in einer Resolution des Ortsvereins bestätigt.

Um die Verkehrssituation zu verbessern, schlug die SPD die Einrichtung einer Fußgängerzone in der Wittelsbacherstraße vor. Als Ersatz war eine Ringstraße entlang der Bahnlinie im Gespräch, die von der SPD allerdings nach wie vor abgelehnt wurde. Im November wurde Manfred Gutsch einstimmig als Bewerber für die Bundestagskandidatur nominiert und später von der Wahlkreiskonferenz bestätigt.