1978: Das Heimatmuseum - anbauen oder verlegen?

Die CSU behauptete bei der Stadtratswahl im März 1978 nämlich ihre absolute Mehrheit. Der SPD brachte dieser Wahlgang fünf Mandate, die von Holger Knigge, Otto Roßmadl, Karlheinz Scherze, Michael Schöpf und Wolfgang Türk eingenommen wurden. Zwei Mandate hatte die SPD eingebüßt, was vor allem auf die Wahlergebnisse in den neuen Stadtteilen zurückgeführt wurde. Erstes Thema nach den Wahlen waren die Pläne für ein Golfplatz-Projekt im Bereich von Percha. Die SPD lehnte dieses Vorhaben ab.

Im April 1978 standen erneut Vorstandswahlen im Ortsverein an. Türk gab sein Amt ab, um sich ganz der Stadtratsarbeit zu widmen. Reinhard Dirr übernahm den Vorsitz des SPD-Ortsvereins. Auf der Jahreshauptversammlung wurden Carola Gutsch-Merseburger und Franz Baumgartner zu seinen Stellvertretern gewählt. Hitzige Debatten gab es über die Zusammenlegung der Ortsvereine Starnberg und Söcking, die schon seit längerem vom SPD-Unterbezirk angeregt worden war, um eine einheitliche Gliederung der Partei im gesamten Stadtgebiet zu erreichen. Der Antrag auf Zusammenlegung wurde aber abgelehnt. Der Mitgliederstand des Ortsvereins betrug 134.

Ein kontroverses Thema der Stadtpolitik war der geplante Anbau auf dem Gelände des Heimatmuseums. Während sich CSU und FDP für eine Sanierung an Ort und Stelle aussprachen, favorisierte die SPD eine Verlegung des "Lochmann-Hauses" auf das Steininger-Grundstück an der Seepromenade. Dort hätte auch das von einem Förderverein unterstützte Projekt eines Schifffahrtsmuseums integriert werden können. Ein Anbau am Heimatmuseum sei ein "Monster" und stelle eine "Verschwendung von Steuergeldern" dar, urteilte Dirr.

Themen von Mitgliederversammlungen waren das neue Ehe- und Familienrecht sowie eine Bestandsaufnahme des Umwelt- und Naturschutzes in Starnberg, die der Kreisvorsitzendes des "Bundes Naturschutz", Friedrich Schutz, vornahm.

Im Herbst spielte die Vorbereitung der Landtagswahl am 15. Oktober die entscheidende Rolle. Hans-Jochen Vogel sprach in einer Wahlkampfveranstaltung im "Undosa" - doch trotz aller Bemühungen büßte die SPD in der Kreisstadt Stimmen ein und Dr. Reinhold Kaub verlor seinen Sitz im Bayerischen Landtag. Auch Manfred Gutsch, der für den Bezirkstag kandidiert hatte, schaffte den Einzug in dieses Gremium nicht.

Neue Impulse erwartete man sich von der Wiederbelebung des "Arbeitskreises für Kommunalpolitik", zu dessen Vorsitzenden Michael Krywalski gewählt wurde.