1977: Mit den Söckingern gemeinsam in den Wahlkampf

Das Jahr 1977 begann wieder mit einigen Stadtteilversammlungen. Im Lauf des Jahres erarbeitete man in der Partei eine Reihe von Vorstellungen zur baulichen Entwicklung Starnbergs. Es ging um den Stadtzentrumsplan, dem die SPD kritisch gegenüberstand und dessen Fortentwicklung gefordert wurde. Der Ortsverein legte eine eigene Planung, wie man sich die Nutzung der landkreiseigenen Grundstücke an der Strandbadstraße vorstellte, vor. Nach dem Willen der Sozialdemokraten sollten dort nicht nur ein neues Landratsamt, sondern auch Freizeitanlagen entstehen.

Bereits im Sommer 1977 traf man die Vorbereitungen für die Kommunalwahlen im März 1978. Die Gemeindegebietsreform brachte mit der Eingliederung von Söcking, Perchting, Percha, Wangen und Leutstetten eine völlig neue Situation: Die Einwohnerzahl der Stadt würde sich mit einem Schlag nahezu verdoppeln.

Auch die Stadtratsliste musste gemeinsam mit dem Söckinger Ortsverein aufgestellt werden. Es gab darüber zwar manche Diskussionen, doch zog man schließlich solidarisch in den Wahlkampf. Ein eigener Bürgermeisterkandidat wurde diesmal nicht aufgestellt, da man gegen den amtierenden Bürgermeister keine Chancen sah.

Ein wichtiges Thema im Wahlkampf war der immer dringlichere Bau des Altenheims an der Schießstättstraße, der immer noch durch die Einsprüche verschiedener Anlieger blockiert wurde. Die SPD fühlte sich aufgerufen, an das soziale Gewissen der Anlieger zu appellieren. Kurz vor Weihnachten 1977 traf sie sich mit etwa 50 Starnbergern vor dem Sauermann-Grundstück zu einem nächtlichen Fackelzug, um mit Transparenten ihrem Protest Ausdruck zu geben und sich gleichzeitig für eine angemessene Bleibe für die Starnberger Senioren einzusetzen. Die Demonstration fand großen Widerhall in der Öffentlichkeit. Wolfgang Türk wurde vom Rechtsanwalt eines Anliegers aufgefordert, Äußerungen, die auf den Plakaten während des Demonstrationszuges zu lesen waren, zurückzunehmen. Türk dachte natürlich nicht daran und wies darauf hin, dass die Haltung einiger Anlieger die Bevölkerung beinahe zur Weißglut gebracht hätte.

Den Wahlkampf nutzten die Sozialdemokraten, um auf die Wohnungsnot und das enorm hohe Mietniveau hinzuweisen. Eine Großveranstaltung, bei der mit einem Videofilm die Wohnungsnot dargestellt wurde, fand große Resonanz. Etwas belächelt wurde Wolfgang Türk für seine Forderung, die Stadt solle mehr für den Skilanglauf tun und ein Loipenspurgerät anschaffen. Dies geschah dann auch, doch das Gerät wurde von Bürgermeister Thallmair eingeweiht.