1975: Wolfgang Türk fordert Bürgermeister Thallmair heraus

1975 wurden die Stadtteilversammlungen fortgesetzt - nicht zuletzt im Hinblick auf die im Sommer anstehende Wahl des ersten Bürgermeisters. Für die SPD war es klar, dass sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken würde. Der Ortsvorsitzende Wolfgang Türk war bereit, gegen den CSU-Bewerber und Amtsinhaber Heribert Thallmair anzutreten. Im Februar 1975 wurde er nahezu einstimmig als Kandidat aufgestellt. Das war der Startschuss, um die Anstrengungen im lokalen Bereich nochmals zu verstärken. Es wurde ein Wahlprogramm erstellt und mit Hilfe der Ortsvereinszeitung "Starnberg heute" populär gemacht.

Die Offensive der Starnberger SPD ließ auch Thallmair nicht ungerührt, um den sich nun alle konservativen Kräfte scharten. Er wurde auch von der FDP/Parteifreie, der UWG und der Bayernpartei unterstützt. Wolfgang Türk führte seinen Wahlkampf nicht nur im Saale - wo er von prominenten Bundespolitikern wie Hans Jochen Vogel und dem Staatssekretär im Wohnungsbauministerium, Dr. Haack, unterstützt wurde -, er suchte das Gespräch mit dem Bürger auch auf der Straße und vor dessen Haustür. Zwar schaffte es Türk mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent nicht, Thallmair abzulösen, dennoch nannte die Presse sein Ergebnis eine Überraschung. Im Ortsverein wertete man das Abschneiden bei der Wahl auch nicht als Niederlage, sondern ging neu motiviert an die Arbeit. Ein großes Echo fanden die Vorschläge für eine bürgernahe Planung und Verwaltung. Außerdem forderte die SPD einen "Grünen Markt", der dann einige Jahre später auch auf dem Kirchplatz realisiert wurde.