1974: Die SPD kämpft für das Altenwohnheim
Im Juli 1974 legte der SPD-Landesvorsitzende und Bundesjustizminister Hans Jochen Vogel den in Starnberg versammelten Kreis-, Stadt- und Gemeinderäten ein Konzept für eine neue Regionalgliederung vor. Das Ziel sollte es sein, das Übergewicht der Landeshauptstadt München zu mildern. Beherrschendes Thema im Sommer 1974 war der Streit um den Standort für ein Altenwohnheim des Rummelsberger Stifts an der Schießstättstraße. Die Anwohner wollten das Projekt mit allen Mitteln verhindern, was die SPD als traurigen Vorgang empfand. Schließlich hatte der frühere Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Professor Hans Sauermann, der Stadt das Grundstück mit der Auflage geschenkt, hier eine soziale Einrichtung zu schaffen.
Die Initiative des Starnberger Landrats, eine Gesellschaft mit dem Ziel, eine Reihe von großen Hotels im Fünfseenland zu bauen, ärgerte die Sozialdemokraten in Stadt und Landkreis. Es war klar, dass mit der "Hopl" die Gefahr einherging, die restlichen freien Flächen an den Seeufern zuzubauen. Es folgten Protestversammlungen und Hearings in großer Zahl. Nicht zuletzt die "Hopla", die Hotelplanungsgesellschaft, ließ den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Manfred Gutsch, nicht zur Ruhe kommen. Er bat deshalb um Entlastung vom Amt des Ortsvorsitzenden. Zu seinem Nachfolger wurde Wolfgang Türk gewählt, der sein neues Amt mit sportlichem Elan anging. Er lud die Konkurrenz von der CSU zu einem Vergleichskampf auf dem Fußballplatz ein.
Im Oktober 1974 machte Willy Brandt seine Zusage wahr und kam nach Starnberg. Trotz des Gedränges im Saal - es waren mehr als 800 Zuhörer gekommen - blieb die Atmosphäre sachlich. Als weiterer prominenter Redner sprach Bundesverteidigungsminister Georg Leber im "Undosa" zur bevorstehenden Landtagswahl. Deren Ergebnis war für die SPD eine Enttäuschung. Die Starnberger SPD fand sich im Sog des Münchner Ergebnisses wieder, wo alle elf SPD-Kandidaten ihre Direktmandate verloren hatten. Man blieb jedoch dem Motto treu, sich durch Wahlniederlagen nicht entmutigen zu lassen; die kommunalpolitische Arbeit wurde sogar intensiviert. In Stadtteilversammlungen suchte man den direkten Kontakt zum Bürger und dessen örtlichen Problemen. Wolfgang Türk belebte auch den Kommunalpolitischen Arbeitskreis neu, der sich bereits bei seiner ersten Sitzung im Dezember 1974 mit der Wohnungssituation in Starnberg beschäftigte.
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