| 20.10.2005 |
Schulbuchausstattung an den
Regensburger Gymnasien, insbesondere in den G9-Jahrgängen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Die SPD-Stadtratsfraktion beantragt in der nächsten Sitzung des
Schulausschusses das o.g. Thema in die Tagesordnung aufzunehmen und
seitens der Verwaltung einen Bericht zur Frage der Ausstattung der
Regensburger Gymnasien mit Schulbüchern in den G9-Jahrgängen zu
geben. Dabei bitten wir insbesondere auf die Frage einzugehen bei
wie vielen Klassen in einzelnen Fächern keine Schulbücher ausgegeben
werden konnten.
Begründung:
Nach unseren Informationen haben u.a. am Siemens Gymnasium in
einzelnen Klassen mehrere Schülerinnen und Schüler keine
Englischbücher erhalten. Weitere Recherchen haben ergeben, dass es
sich dabei offensichtlich nicht um einen Einzelfall handelt.
Es scheint vielmehr so, dass im Blick auf die Umstellung vom G9 auf
das G8 die letzten G9-Jahrgänge entweder mit ausgesprochen alten
Schulbüchern (Nutzungsdauer zum Teil über 10 Jahre!) oder in
einzelnen Fächern gar völlig ohne Bücher auskommen sollen,
möglicherweise, weil sich deren Anschaffung im Hinblick auf die
Umstellung auf das G8 nach Ansicht der Verwaltung vielleicht „nicht
mehr lohnt“.
Die SPD-Stadtratsfraktion ist der Ansicht, dass die, vom Freistaat
Bayern überhastet vorgenommene Umstellung auf das achtjährige
Gymnasium nicht in der Weise auch noch auf dem Rücken der
G9-Jahrgänge umgesetzt werden darf, dass diesen notwendige
Schulbücher vorenthalten werden.
Gerade angesichts der Einführung eines Büchergeldes von 40 Euro pro
Schülerin/Schüler ab dem Schuljahr 2005/06 ist die Verärgerung bei
Schülern und Eltern über eine unvollständige Ausstattung mit
Schulbüchern mehr als berechtigt. Sollte es tatsächlich so sein,
dass für das „Auslaufmodell G9“ keine Bücherbeschaffungen mehr
vorgenommen werden, würde sich aus unserer Sicht die Frage nach der
moralischen Berechtigung eines Büchergeldes bei denjenigen
Schülerinnen und Schülern stellen die im G9 zwar bis zu 5 oder 6
Jahren Büchergeld zahlen, aber keine neuen oder teils überhaupt
keine Bücher mehr erhalten.
Die SPD-Stadtratsfraktion behält sich deshalb vor, abhängig von den
Aussagen der Verwaltung in der Schulausschusssitzung in der Sitzung
einen Antrag einzubringen, im lehr-planmäßig erforderlichen Umfang
Bücher unverzüglich auch für die G9-Jahrgänge zu beschaffen. Sollte
sich dabei ergeben, dass dadurch eigentlich finanztechnisch
unwirtschaftliche zusätzliche Ausgaben bei der Stadt anfallen sind
diese nach dem Konnexitätsprinzip gegenüber dem Freistaat Bayern
geltend zu machen, da sich die Ausgaben aus der Tatsache der
Umstellung auf das G8 ergeben.
gez.
Joachim Wolbergs
Fraktionsvorsitzender
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