| 20.04.2005 |
Dringlichkeitsantrag
zur Sitzung des Stadtratsplenums am 28.04.2005
Ebenso unstrittig ist unter Baufachleuten die
Tatsache, dass am Von-Müller-Gymnasium ein Neubau als
die wohl wirtschaftlichere Lösung der derzeitigen baulichen Probleme angestrebt
werden sollte. Auch gilt es, unverzüglich eine zeitliche Perspektive
für die Dauer der, ab dem Schuljahr 2005/06 aus baulichen Zwängen notwendig
werdende, Auslagerung von bis zu 16 Klassen des VMG aufzuzeigen. Die derzeitigen Fördermöglichkeiten nach dem IZBB-Programm des Bundes und die nach unserer Kenntnis seitens
des Kultusministeriums zumindest sehr wohlwollend angedeutete Bereitschaft des
Freistaats Bayern dieses Gymnasium als zwölftes Ganztagsmodellgymnasium zu
fördern, bieten eine Chance die Stadt Regensburg als Schulstandort deutlich zu
stärken. Aus diesen Gründen hatte der Stadtrat auch für diese
Maßnahme bereits – in der Absicht eines Baubeginns in 2005 - für heuer
Baumittel von 1 Mio. Euro in den städtischen Haushalt eingestellt um zügig nach
der Freigabe der Zuschussbehörden mit der Baumaßnahme beginnen zu können. Mit großem Erstaunen mussten wir der Ausgabe der
Mittelbayerischen Zeitung vom 13.04.2005 eine Aussage des Herrn Bürgermeisters
und Schulreferenten entnehmen, dass die Pläne für den Neubau des
Von-Müller-Gymnasiums erst im kommenden Jahr 2006 eingereicht werden sollen –
was einen Baubeginn frühestens Ende 2006 impliziert - und das auch nie anders geplant
war. Für uns stellte sich die Situation hinsichtlich der
geplanten Zeitabläufe bisher unter Berücksichtigung der Beschlüsse des Stadtrats
und der Ausführungen im Gestaltungsbeirat, dem dieses Projekt mehrfach
vorgelegt war, völlig anders dar. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier auf dem
Rücken von Schülern und Eltern mit einer Verzögerung des Neubaues eine
Drohkulisse gegenüber dem Landkreis Regensburg aufgebaut werden soll. Wir halten dies im Interesse der zukünftigen gedeihlichen
Zusammenarbeit der Verantwortlichen in der Region Regensburg für
kontraproduktiv und fragwürdig, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache,
dass es rechtlich ohnedies nicht möglich ist, Landkreisschüler vom Besuch
dieser Schule auszuschließen oder Schülerinnen und Schüler mit Wohnsitz in der
Stadt zu bevorzugen. Es gibt für Gymnasien, gleich in welcher Trägerschaft,
anders als bei Grund- und Hauptschulen, keine räumlich abgrenzbaren
Schulsprengel (-einzugsgebiete), d.h. die Zulassung oder Nichtzulassung muss
sich an objektiven Kriterien und nicht nach dem Wohnort des Schülers/der Schülerin
ausrichten. Zu berücksichtigen gilt es dabei auch, dass das VMG in
der Region das einzige Gymnasium mit musischem Ausbildungszweig für Mädchen und
das einzige Gymnasium mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichem Zweig
(Schwerpunkt Soziales) ist. Die SPD-Stadtratfraktion ist deshalb der Auffassung,
dass die bereits vorhandenen Neubau-Planungen für ein 4-zügiges
Ganztagsgymnasium noch vor dem 30.04.2005, d.h. rechtzeitig für das Antragsjahr
2005, zur Fristwahrung, eingereicht werden müssen. Eine Verzögerung dieser Schulbaumaßnahme um faktisch mindestens
ein Jahr mit der Gefahr, dann bei den IZBB Mittel für 2006 und folgende keine
Berücksichtung mehr zu finden – niemand kann heute die Zuschuss- und
Antragssituation des kommenden Jahres verbindlich abschätzen - ist im Interesse
der betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern nicht vertretbar. Wer, wie alle in der Stadt politisch verantwortungsbewusst
Handelnden bei vielen Gelegenheiten, völlig zu recht, in Bereichen wie Verkehr,
ÖPNV, wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus, Gewerbe- und Industrieansiedlung gemeinsames
Handeln der Region Regensburg als Voraussetzung für ein Prosperieren von Stadt
und Landkreis Regensburg als zukunftsweisend und zwingend erforderlich betrachtet
darf nicht bei der Frage der Gestaltung der Schulangebote versuchen „reichsstädtische
Mauern“ aufzurichten und letztlich unwirksame, da rechtlich nicht durchsetzbare
Drohkulissen aufbauen. Gleichwohl gibt es angesichts der gymnasialen Schullandschaft
im Landkreis (nur 1 Gymnasium) und der Tatsache, dass z.B. rund die Hälfte der
Schülerinnen und Schüler am VMG nicht aus dem Stadtgebiet Regensburg kommen,
eine erhebliche moralische Verpflichtung für den Landkreis, sich fairen und
gleichberechtigten Gesprächen über Finanzierungsfragen und Finanzierungsbeteiligungen
in dieser Sache nicht zu verschließen. Mit freundlichen Grüßen Fraktionsvorsitzender Norbert
Hauner |