Traditionsstadtteil im Umbruch

Glaspalast
Das 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts machten Augsburg zu einer der Textilmetropolen Mitteleuropas. Östlich des Zentrums der einstigen Freien Reichsstadt siedelten sich zahlreiche industrielle Weber und Stoffhersteller an. Der enorme Arbeitskräftebedarf führte zur Errichtung mancher Arbeitersiedlung in der unmittelbaren Umgebung der Fabriken. Beides - die Fabrikanlagen wie die Arbeitersiedlungen - prägen auch nach dem Niedergang der Textilindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg als Denkmäler der Industriearchitektur das Viertel. Heute ist von den 7 früheren Fabrikstandorten keiner mehr in Betrieb. Dieser Niedergang brachte schwerwiegende strukturelle Probleme mit sich. Die Altersstruktur des Textilviertel veränderte sich nachhaltig - viele junge Leute zogen mit den Arbeitsplätzen fort, allein die älteren Menschen blieben. Der frei gewordene - zwischenzeitlich kaum instandgesetzte - Wohnraum mit niedrigsten Mieten zog weitere soziale Verwerfungen nach sich.
Der Bau der Schleifenstraße, verkehrspolitisch durchaus zu begrüßen, brachte für das Viertel selbst nicht nur Segen, teilt seine breite Schneise die Gegend doch in zwei Teile, die mit nur wenigen Überquerungsmöglichkeiten kaum mehr verbunden sind.
Wesentlich zur Belebung des Viertels beigetragen hat der Bau der City-Galerie mit ihren zahlreichen öffentlichen Angeboten und Einrichtungen. Auch das neue Gebäude der Volkshochschule ist eine wichtige Neuansiedlung in unserem Stadtteil.
Trotzdem stellt die Umstrukturierung gerade in wirtschaftlich schwieriger Zeit eine enorme Herausforderung dar, der in vielfältiger Weise begegnet wird: Mit dem zu Jahresbeginn 2010 eröffneten Textil- und Industriemuseum (tim) hat das erste staatliche Museum Schwabens seinen Standort im Textilviertel, in den aufwendig sanierten Hallen der alten Augsburger Kammgarnspinnerei (aks). Das Museum sorgt bereits kurz nach seiner Eröffnung für neues Leben im Stadtteil und lenkt den Blick der Öffentlichkeit ins Quartier. Projekte zur Sanierung von alten Fabriksiedlungen am Proviantbach und zum Bau neuen Wohnraums treten in die Realisierungsphase ein.
Seit rund 100 Jahren begleitet der SPD-Ortsverein Textilviertel die wechselvolle Geschichte des Stadtteils. War er zunächst und vor allem Vertreter und Streiter für die Interessen der Arbeitnehmer der Textilindustrie, so engagiert er sich heute aktiv als moderner Großstadtortsverein in der Kommunalpolitik und dort vor allem in der Stadtteilentwicklung.
Unser Ortsverein umfaßt das Gebiet des Stadtbezirks 10, Am Schäfflerbach, sowie einen Teil des Stadtbezirks 30, das Wolframviertel. Die Begrenzung bilden (von West über Nord): Forsterstraße, Jakoberwallstraße, Lechhauserstraße, Lech, Reichenberger Straße, Lokalbahnkörper, Friedberger Straße, Remboldstraße.
Der Ortsverein wurde zwischen 1903 und 1908 gegründet. Mit Sicherheit bestand er ab dem Jahre 1908.
Lange Zeit führte der Ortsverein den Namen Ostend, erst in den letzten Jahren wurde er umbenannt, seitdem der Begriff "Textilviertel" in der Öffentlichkeit stärker ins Bewußtsein getreten ist.

Stadtteilentwicklung

Das alte AKS-Gelaende

3.3.2010
Facelifting im Textilviertel
Das Textilviertel hat bewegte Jahrzehnte hinter sich: War es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch Arbeitsstätte von über 17.000 Menschen, so hat der völlige Zusammenbruch der Textilindustrie in Augsburg das Gesicht unseres Stadtteils verändert. In und um die alten Industriebauten streben wir eine moderne Struktur aus Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Kultur an.

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SPD Augsburg-Textilviertel

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